So. Sep 26th, 2021

„Im letzten Spiel der vergangenen Serie haben wir eine bittere Niederlage kassiert – das ist für uns mehr als ein Achtungszeichen“, weiß Zeißigs Trainer Andreas Schultz. Das 1:2 vom 20. Juni diesen Jahres (also noch gar nicht so lange zurückliegend) ist noch immer ein Ärgernis. Wobei: Eigentlich dürfte Wachau ja überhaupt nicht mehr in der Oberliga sein! Das Team beendete die Saison 2014/2015 auf dem 14. und damit drittletzten Platz. Da mit dem Königswarthaer SV ein ungeplanter Westlausitz-Absteiger aus der Landesklasse Ost nach unten kam, hätte Wachau den Männern von der Winze als zusätzlicher dritter Oberliga-Absteiger gen Kreisliga Platz machen müssen. Da aber eben das, die Frage eines möglichen dritten Absteigers, NICHT in den verbindlichen Festlegungen des Westlausitzer Fußballverbands (WFV) geklärt gewesen war, klagte Wachau gegen den Zwangsabstieg und bekam recht. Das kann man den Wachauern nicht zum Vorwurf machen. Aber ihr juristisch durchgesetzter Verbleib brachte ALLES durcheinander: Die Oberliga startet mit 17 statt 16 Mannschaften, beginnt eine Woche früher als geplant (nämlich schon an diesem Wochenende statt am 15./16. August). Von eventuell notwendigen, jetzt weiter verunmöglichten Ausweichspieltagen für gegebenenfalls verschoben werden müssende Partien gar nicht zu reden!) – der zerrissene Spieltag mit jeweils einer spielfreien Mannschaft verzerrt die tabellarisch einwandfreie sportliche Darstellung des Oberliga-Geschehens – und, es sei nicht vergessen: Das alles kostet Wittichenau den Supercup! Dessen Finale hätte nämlich am 8. August zwischen dem Kreispokalsieger der Westlausitz, Wittichenau, und dem Oberlausitzpokalsieger VfB Zittau ausgetragen werden sollen. Dieses Spiel muss jetzt ersatzlos ausfallen. Besondere Pikanterie: Wachau war der Westlausitz-Pokalsieger von 2013/2014 und hat durch den erzwungenen Final-Ausfall verhindert, dass „Nachfolger“ Wittichenau seinen Erfolg gegenüber Wachau verdientermaßen noch hätte aufwerten können. Gut – man darf annehmen, dass die Zeißiger sich kaum als Rächer der Wittichenauer in die Bresche werfen werden (das werden die schon selber tun!), aber Zeißig hat ja selbst mehrfachen Grund, Wachau eins drüberzuziehen: besagte Vorjahresschlussniederlage und das Wissen: Wenn man in diesem Jahr, im vierten Anlauf, endlich wirklich mal Meister und Landesklassen-Aufsteiger werden will, darf man nirgends Punkte liegen lassen. Schon gar nicht beim designierten Absteiger Wachau! Dennoch gilt, was SVZ-Trainer Andreas Schultz als Vorsichtsmaßregel ausgegeben hat: „Wir werden Wachau vor heimischer Kulisse als harten Gegner ernst nehmen. Uns fehlen auf Grund von Urlaub einige Spieler. Wir wollen zumindest einen Punkt mit nach Hause nehmen.“ Und WIR hoffen, dass der WFV für diesmal die Abstiegsregeln auch für alle derzeit unwahrscheinlich anmutenden Szenarien klar getroffen hat, um 2016/2017 ähnliches Tohuwabohu zu vermeiden. Des weiteren hoffen wir, dass es für Wachau diese Regel nicht braucht (weil doch der Tabellenletzte IMMER absteigen sollte). Ganz klar glauben wir hingegen zu wissen (nun also der TAGEBLATT-Tipp), dass Zeißig mit einem Auswärtssieg in die Saison startet, auch wenn die Tormaschine Andreas Kober, immerhin zuletzt viermal in Folge Torschützenkönig der Kreisoberliga, jetzt beim Landesklässler Trebendorf angeheuert hat. Vielleicht sieht man sich ja dort, in der Landesklasse Ost, nächste Saison wieder.

Quelle: Sächsische Zeitung

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