Di. Sep 21st, 2021

Am Tag nach dem Pokalsieg kämpfen sich Zeißigs Fußballer durch den Hosker Schlamm – mit über 300 weiteren Startern.

Es war nicht das schwierigste, aber auf jeden Fall das ekligste Hindernis, dieses stinkende Schlammloch in einem Seitenarm der Schwarzen Elster. Das zumindest fand Daniel Krasowski. Wie die meisten der 308 Starter beim 3. „Black Bird Run“ in Hoske musste er sich zweimal durch dieses Schlammloch quälen. Es war eines von insgesamt 15 anspruchsvollen Hindernissen auf dem 6-Kilometer-Rundkurs, den Daniel Krasowski in einer 13-köpfigen Truppe in Angriff genommen hat. Diese sogenannte teambildende Maßnahme war eine Idee des Trainers der Landesklasse-Mannschaft des SV Zeißig. Die Fußballer wollten sich aber nur auf diesen Querfeldein-Wettkampf einlassen, wenn auch die Trainer mitmachen. Also standen Stefan Hoßmang und sein Co-Trainer Daniel Krasowski am Sonntagnachmittag bei frischen 15 Grad Lufttemperatur in Hoske an der Startlinie. Gleich am ersten Hindernis ging es um Teamgeist. Die Eskaladierwand war am besten mithilfe der klassischen Räuberleiter zu überwinden. Zwölf seiner Team-Kollegen beförderte Daniel Krasowski über das Hindernis. Seine Arme wurden immer länger, wie es so schön heißt, wenn die Kräfte schwinden. Er selbst wurde am Ende die Wand hochgezogen und hinübergehievt. Gemeinsam ging es an die nächsten Hindernisse. Die bestanden zum Teil aus Baumstämmen, aus Fahrzeugreifen und aus Strohballen. Oft ging es durch Wasser und Schlamm. „Wenn man im Schlamm einsinkt, kostet es unheimliche Anstrengung, die Beine wieder rauszuziehen“, beschreibt Daniel Krasowski nicht nur seine Leiden. Sogar eine Feuerwand stand im Weg. Kräftezehrend war auch das Überwinden der Strohrollen. Davor und dahinter wartete Schlamm auf die Wettkämpfer. Und was der Co-Trainer als besonders garstig empfand: Zu beiden Seiten war ein Elektrozaun gespannt. Ausweichen unmöglich. Als Team wurde von den Zeißigern aber auch dieses Hindernis gemeistert. Nach der Hälfte der insgesamt 12 Kilometer langen Strecke setzten sich die leistungsstärkeren Fußballer ab. Wobei man wissen muss, dass einige von diesen tags zuvor ein kräftezehrendes Sachsenpokalspiel mit Verlängerung und Elfmeterschießen absolviert und gewonnen hatten. Daniel Krasowski, der in Vorbereitung auf den „Black Bird Run“ immerhin zweimal ein paar Kilometer gejoggt war, gehörte der zweiten Gruppe an und durchlebte am Ende harte Minuten. Mit drei verbliebenen Begleitern und von Krämpfen geschüttelt beendete schließlich auch er den Wettkampf – weit vor denen, die der schweren Strecke Tribut zollen mussten und den Wettkampf vorzeitig beendet haben.

Immerhin 282 Sportfreunde erreichten am Ende das Ziel. Den Sieg sicherten sich bei den Männern – wie gestern kurz vermeldet – Jacob Zschorlich (Fast-fair-serbja) aus Dörgenhausen. Zweiter wurde Jonas Zschornack (Meisterteam Zschorlich & Kühn/DSC) aus Kotten, der den „Black Bird Run“ in den vergangenen zwei Jahren gewonnen hatte. Platz 3 sicherte sich Mattes Brähmig (Getting Tough e. V.). Bei den Frauen hatte Theresa Lützendorf (Jungbullen) die Nase vorn. Auf den Plätzen folgten Marie Gille (Durschtfreunde Stiller) und Isabell Reimers (redvil ladies). Medaillen gab es aber für alle Teilnehmer, die den „Black Bird Run“ erfolgreich bewältigt haben. „Endlich geschafft!“ So der erste Gedanke von Daniel Krasowski nach dem Zieleinlauf, ehe er sich ein Plätzchen zum Ausruhen suchte. Ob er sich das noch mal antun würde? Auflage Nummer 4 des „Black Bird Rund“ in Hoske ist nach Aussage der Veranstalter für das kommende Jahr gesetzt. „Vielleicht.“ Aber wenn, dann gern wieder gemeinsam mit einer Zeißiger Truppe. Und nur mit einer besseren Vorbereitung …

Quelle: Sächsische Zeitung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.