Mi. Sep 22nd, 2021

Vor dem Beginn der neuen Saison testen hiesige Mannschaften noch fleißig. In Hoyerswerda gibt es einen kleinen Vorab-Wettbewerb um den Point d’Honneur.

ZeitungZeißigs Abteilung Sturm&Drang hat dem Gegner eingeschenkt: Felix Döhl (22), Torschütze Sven Nusa (11) und Rostam Geso (19) feiern ihre Kooperation. Da kann sich der dreifache Liga-Torschützenkönig Andreas Kober dezent rechts im Hintergrund halten.

Hätte vor gut zehn Jahren wer nach der Hackordnung im Hoyerswerdaer Fußball gefragt, es wäre eine mit müdem Lächeln beantwortete rhetorische Frage gewesen. Ganz klar mit weitem Anstand zur Konkurrenz obenauf der Oberligist FSVHoyerswerda, Rechtsnachfolger der BSGAktivist Schwarze Pumpe (Hoyerswerda); respektvolle zwei Klassen tiefer (also in der Bezirksliga) der auf seine stadtlängste Traditionen stolze SV 1919 Hoyerswerda, bisweilen Glückauf Knappenrode; noch eins tiefer in der Bezirksklasse die zu DDR-Zeiten gelegentlich auch auf oberer Bezirksebene zu findenden altehrwürdigen Vereine ESV Lok Hoyerswerda, SV Laubusch, FSV Lauta und DJK Blau-Weiß Wittichenau sowie der „Newcomer“ Einheit Hoyerswerda oder im Umland Traktor Weißkollm, Rot-Weiß Burgneudorf und der LSV Bluno 74. Alles andere, etwa der LSV Neustadt/Spree, rangierte sich darunter auf Kreis-Ebene ein. Teams wie der LSV Bergen 1990 standen noch gar nicht im richtigen Wettkampfgeschehen, sondern waren (wiewohl bis zum hoyerswerdischen Pokalsieg!) im Freizeitbereich angesiedelt. Ein SV Zeißig (anno 1993) führte gar eine Art fußballerischer Nicht-Existenz.

Grundlegende Veränderungen

Und heute? Der ESV ist, ebenso wie Einheit, in 1919 aufgegangen. Glückauf Knappenrode und Weißkollm firmieren gemeinsam mit Groß Särchen als SpVgg Knappensee, dem Verein der Großgemeinde Lohsa. Der FCLausitz Hoyerswerda (vormals FSV) dümpelte letzte Saison im unteren Mittelfeld der Kreisliga herum. Den Sprung aus jener Kreisliga in die Kreisoberliga schaffte jetzt Wittichenau, um dort auf Bergen und Zeißig zu treffen – und auf 1919, das gerade aus der Bezirksliga in eben jene so ganz andere Oberliga hinab musste. In dieser Bezirksliga, nunmehr Landesklasse geheißen, ist von hoyerswerda-nahen Vereinen nur noch Neustadt/ Spree zu finden. Das ist heute das Top-Team unserer Region!

Da Zeißig per Eingemeindung zu Hoyerswerda gelangt ist, lautet das Duell um die Vorherrschaft in der Stadt heute, völlig unfassbar vor zehn Jahren: Zeißig vs. 1919. Zeißig, in der letzten Saison 2013/14 Kreisoberliga-Zweiter (vor Bergen auf Platz5) hat den letzten Zweifel an solchen Stadtduell-Rechnereien ja letzte Woche mit einem 6:0 im Test gegen den FC Lausitz zerstreut – ja, selbst Zeißigs „Zweite“ hat vor noch gut erinnerlicher Zeit die Erste des FCLausitz mit 3:0 gebürstet. Nun, der FCLausitz will in der neuen Saison wenigstens in der Kreisliga wieder zum Spitzenteam werden, aber ein Wörtchen um die Nr.1 in der Stadt Hoyerswerda können die von Andreas Born trainierten Gelb-Schwarzen derzeit (noch) nicht (wieder) mitreden.

Zeißig oder 1919 – wer ist’s?

Das machen nur die Kreisoberligisten 1919 und Zeißig als nunmehr höchstrangige Vereine der Stadt unter sich aus. Und die wollen auch gar nicht bis zur neuen Saison damit warten, sondern schon vorab die Machtverhältnisse klären – wenigstens bis zum ersten Punkt-Duell, das am 5.Oktober um 15Uhr im Hoyerswerdaer Jahnstadion, der nach langen Jahren Am Adler nunmehrigen Heimstatt der 1919er ausgetragen wird. Denn schon morgen wird an ebenjenem Ort das besagte Duell vorweggenommen – siehe Ansetzungen unten. Und noch ein zweites Duell an diesem Wochenende wird gewiss sehr interessant: das selbigenzeits in Wittichenau stattfindende. (JJ)

Alle (uns mitgeteilten) Fußball-Testspiele am Wochenende

SV Lok Schleife – LSV Bergen 1990Fr, 1.8., 18.30

SV TrebendorfII – LSV Bergen 1990IISa, 2.8., 13.00

Hoyerswerdaer SV 1919 – Zeißig(Jahnstadion) // Sa, 2.8., 14.00

DJK Blau-Weiß Wittichenau – FSV LautaSa, 2.8., 14.00

Kolkwitzer SV – LSV NeustadtSa, 2.8., 15.00

SpVgg Knappensee – Baruther SVSo, 3.8., 15.00

1922 Radibor – SV ZeißigSo, 3.8., 15.00

Quelle: Sächsische Zeitung

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